Mensch, wie geht es dir eigentlich?

29. September 2021

Informelle Kommunikation ist der zwanglose und zufällige Austausch abseits von Arbeitsaufträgen und -prozessen. Sie orientiert sich nicht zwingend an Hierarchien und lässt Regeln auch mal links liegen. Wir halten einen kurzen Plausch an der Kaffeemaschine mit dem Kollegen und nutzen das Treffen auf dem Flur für ein unverbindliches Geplänkel. Dabei sprechen wir nicht nur über arbeitsbezogene Themen, sondern auch über Privates. Hier geht keine Zeit verloren, sondern ganz im Gegenteil hat dies einen positiven Einfluss auf die Effektivität. Teams, in denen sich die Mitglieder gegenseitig vertrauen, arbeiten effektiver, sowohl in der virtuellen als auch in der „realen“ Welt. Um Vertrauen aufzubauen, braucht es den persönlichen Beziehungsaufbau, denn für gute Beziehungen müssen wir mehr von unseren Kollegen mitbekommen, als das, was unmittelbar arbeitsrelevant ist. Was beschäftigt den anderen gerade? Welche Bedürfnisse oder Wünsche hat er? Welche Serie guckt er gerade? Ein großer Teil der informellen Kommunikation fällt jedoch im virtuellen Raum weg. Meetings werden meist ausschließlich zielgerichtet genutzt, um arbeitsbezogene Informationen zu teilen und an Aufträgen zu arbeiten.

Wie können wir auf informeller Ebene in Verbindung bleiben?

Es gilt, bewusst Zeit einzuplanen. Was vorher ohne großen Aufwand und ganz beiläufig möglich war, muss jetzt forciert werden. Das muss nicht immer aufwändig sein. Es kann ausreichen, vor einem regelmäßigen Meeting 10 Minuten Zeit für persönliche Themen einzuplanen. Dies ist auch eine Chance, dass die Meeting-Teilnehmenden sich zunächst auf die inhaltliche Besprechung einstellen und ein Gefühl dafür bekommen, in welcher Stimmung die anderen sind. Selbiges gilt für das Ende des Meetings, welches für alle offen gelassen werden kann, die sich noch zwanglos austauschen möchten. Damit der informelle Kontakt auch langfristig bestehen bleibt, können regelmäßige Anlässe gestaltet werden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem gemeinsamen Frühstück jeden zweiten Mittwoch?

Informeller Austausch

Eine weitere Möglichkeit ist die Lunch Lottery, die wir genutzt haben, um teamübergreifend mit Kollegen und Kolleginnen ins Gespräch zu kommen, von denen wir mitunter wenig mitbekommen. Hier finden sich Kollegen und Kolleginnen zum (virtuellen) Mittagessen zusammen. Dabei entscheidet der Zufall, wer sich mit wem trifft. Um dabei wirklich etwas voneinander zu erfahren und eine Bindung aufzubauen, kann es helfen, sich im Vorfeld konkrete Fragen zu überlegen. Das könnten zum Beispiel sein: „Worüber hast du das letzte Mal Tränen gelacht?“ „Was macht dich so richtig wütend?“. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Außerdem können Chatprogramme genutzt werden, um soziale Kontakte zu pflegen. Ein Vorteil:  die Hürde, Kollegen und Kolleginnen anzuschreiben, ist niedriger als bei einer klassischen E-Mail.  Auf eine ausführliche Anrede, Verabschiedung und förmliche Sprache kann verzichtet werden, wodurch das Chatformat unserer verbalen Kommunikation näherkommt. Zudem können Smiley und GIFs versendet werden, was einen zusätzlichen Spaßfaktor bringt 😊.




 
 
Laura Böhm
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