Fern ab von betreutem Lesen und YouTube-Clown – Checkliste zur Auswahl eines/einer guten virtuellen Trainer/in

16. März 2021

Unsere Arbeit hat sich von ihrer Präsenz gelöst und mündet immer mehr in eine dynamische Mischung aus virtuellen und „realen“ Veranstaltungen. Gut zu erkennen an der steigenden Anzahl an Klicks auf den „Meeting beitreten“ und den „Meeting verlassen“ – Button. Was dazwischen passiert, bedient sich eines breiten Spektrums an mehr oder weniger gelungenen Versuchen, Trainings und Workshops in die virtuelle Welt zu übersetzen. Im schlimmsten Fall verbringen wir unsere wertvolle Zeit dann mit mehrstündigen „Folienschlachten“ oder mit Erklärvideos, in welchen sich hoch aktive Online-Trainer und Trainerinnen als YouTube-Stars der nächsten Generation versuchen. Beides sind Beispiele, bei denen virtuelle Trainings ihr Ziel und ihre Wirkung verlieren.

Um das zu vermeiden, sollten Verantwortliche schon in der Vorauswahl auf sieben wesentliche Kriterien achten. Denn aus unserer Sicht lassen sich gute virtuelle Trainer und Trainerinnen vor allem an ihrer Herangehensweise und dem eigenen Rollenverständnis erkennen.

Ein guter Online-Trainer…

  1. prüft und berät über die Trainerrolle hinaus, inwieweit das Trainingsziel und die damit einhergehende Thematik in einem virtuellen Trainingsformat umsetzbar ist. Er zeigt Möglichkeiten und Grenzen von virtuellen Formaten auf und bietet Alternativen an.
  2. stellt die Funktionalität der Technik vorab sicher und befähigt alle Beteiligten, sicher damit umzugehen. Technische Schwierigkeiten und Hürden sollen nicht die Inhalte und das Erleben einer psychologischen Sicherheit der Teilnehmenden überlagern.
  3. achtet auf eine ausgewogene Mischung aus Input, Aktivierung, Reflexions- und Austauschmöglichkeiten. Regelmäßige, aber dafür kürzere Pausen sind nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist besonders wichtig.
  4. nimmt die Teilnehmenden in die Mitverantwortung zur Gestaltung des virtuellen Trainings. Auch wenn der Anschein oft ein anderer sein mag: virtuelle Trainings leben von der Beteiligung und den Beiträgen der Teilnehmenden. Ein guter Trainer trainiert unter dem Motto „It´s not television“.
  5. schafft durch die eigene Person und Haltung eine vertrauensvolle Atmosphäre, welche einen Kontaktaufbau im virtuellen Kontext erleichtert. Die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Trainings steigt, wenn Teilnehmende die eigenen Bedürfnisse und Themen ansprechen können und diese so bearbeitbar werden.
  6. nimmt aktuelle Themen und Trends auf, generiert daraus Inhalte und Impulse für virtuelle Trainings. Er stellt so nicht nur die Relevanz und Aktualität sicher, sondern macht Herausforderungen klein und Gelerntes direkt anwendbar.
  7. hat selbst Spaß am Lernen im virtuellen Raum und vermittelt diese Freude adressatengerecht!

Mit jedem Haken hinter den einzelnen Kriterien wächst die Chance auf ein virtuelles Training, welches nicht nur allen Beteiligten Spaß macht, sondern auch zielführend und wirkungsvoll ist. Also optimal investierte Zeit zwischen den beiden Klicks, um dem Meeting beizutreten und dasselbige wieder zu verlassen, voller Impulse für die eigene Praxis.




 
 
Stefanie Burggraf
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