Einer muss es ja machen! – Wie pokern dabei hilft, agil zu delegieren

13. Dezember 2022

Es ist nichts Neues: In Zeiten von New Work können und sollen Führungskräfte nicht mehr alle Entscheidungen allein und hierarchisch treffen. Vielmehr sollen Mitarbeitende partizipativ eingebunden werden. Doch Kontrolle abgeben fällt nicht immer leicht, denn Menschen handeln oft in Extremen. So stehen auf der einen Seite Mikromanager, die ihren Mitarbeitenden nichts zutrauen und auf der anderen Seite Führungskräfte, die alles wegdelegieren, ohne zu prüfen, ob die einzelnen Teammitglieder überhaupt ausreichend erfahren und motiviert sind. Um Arbeit an andere Personen delegieren zu können, sollte man sich daher im ersten Schritt mit den unterschiedlichen Formen von Delegation auseinandersetzen.

7 Level der Delegation

Grundsätzlich lässt sich Delegation in drei Entscheidungshoheiten unterteilen: „Ich entscheide“, „Wir entscheiden“ oder „Du entscheidest“. Der Leadership Expert Jurgen Appelo (2016) hat hieraus sieben Delegationsstufen abgeleitet, die das Schwarz-Weiß-Denken zwischen „Diktator“ und „Anarchist“ aufbrechen:

Doch welche Delegationsform funktioniert in welcher Situation? Und wie kann man im eigenen Team Verantwortlichkeiten und Entscheidungsräume klären, die zu den Fähigkeiten und Erfahrungen der Mitarbeitenden passen? Hier kommt das Tool „Delegationspoker“ zum Einsatz.

Delegationspoker – so klappt’s

Ziel: Klärung von Verantwortlichkeiten und Entscheidungsräumen im Team

Vorbereitung: Das Team sammelt vorab konkrete Fälle in denen Entscheidungssituationen unklar waren. Hierbei kann es sich sowohl um Situationen zwischen zwei oder mehreren Team-Mitgliedern, als auch um Situationen mit der Führungskraft handeln.

Durchführung: Pro Entscheidungssituation gibt es folgendes Vorgehen: Die Entscheidungssituation wird kurz vorgestellt. Jede und jeder entscheidet für sich, welche der sieben Delegationsstufen er oder sie in dieser Situation für angebracht hält, schreibt sie auf eine Karte und legt diese verdeckt vor sich ab. Wenn alle eine Karte vor sich liegen haben, werden alle Karten gleichzeitig aufgedeckt. Die Teammitglieder begründen dann, warum sie sich für die jeweilige Delegationsstufe entschieden haben. Die an der Entscheidungssituation beteiligten Personen können ihre Perspektiven untereinander und mit unbeteiligten Teammitgliedern abgleichen. So werden unterschiedliche Erwartungen besprechbar gemacht und offen Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten diskutiert, bis die beteiligten Personen eine für sie passende Delegationsstufe für die Situation festgelegt haben.

Nachbereitung: Wir empfehlen Delegationspoker-Meetings alle 2-4 Monaten zu wiederholen, um zu prüfen, wie gut sich die zuvor festgelegten Delegationsstufen für die Situationen bewährt haben oder ob Anpassungen nötig sind. Auch neue Entscheidungssituationen können einer passenden Delegationsstufe zugeordnet werden. Über die Zeit kann so, je nach Erfahrungsstand des Teams, die Delegationsstufe schrittweise erhöht werden, um Teams nachhaltig zu empowern.




 
 
Marie-Sophie Schlieper
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