10 Gebote für den Umgang mit Veränderungen im New Normal

29. November 2021

Veränderungen finden kontinuierlich statt. Das ist eine Weisheit, welche in jedem Changemanagement-Training formuliert und im Kontext der weltweiten Covid-19 Pandemie für jeden erfahrbar wird. Im Vergleich zu früher besitzen Veränderungen zum jetzigen Zeitpunkt im Rahmen der VUCA-Welt allerdings eine neue Qualität. Sie verlaufen, getrieben durch technologische Innovationen, häufiger, schneller und häufig disruptiver. Daraus ergibt sich auch für den Umgang mit Veränderungen eine Notwendigkeit zur Anpassung.

Während bisherige Veränderungen entweder kritisch angegangen, gemanagt oder auch mal ausgesessen wurden, fordern aktuelle Veränderungen zur aktiven Mitgestaltung und dem Aufbau von etwas Neuem auf. Wichtig dafür sind Aspekte, wie die Klarheit über die Veränderung, aber auch über vorhandene Ressourcen und Handlungsoptionen. Es gilt die Diversität in vorliegenden Ideen, Ansätzen und persönlichen Kompetenzen in Interaktivität und anpassungsfähige Organisationsformen abzubilden.

Wie kann nun aber der neue Umgang mit Veränderungen im New Normal konkret aussehen? Hierfür sind im Rahmen eines internationalen Talententwicklungsprogramms 10 Gebote entstanden, die als Inspiration für das persönliche Changemanagement und zur Gestaltung von Entwicklungsprogrammen genutzt werden können:

  1. Freunde dich damit an, dass Veränderungen ständig stattfinden.
  2. Was morgen neu ist, ist irgendwann das Alte von gestern.
  3. Kenne dich selbst – deine eigenen Stärken, Entwicklungsfelder und Limitationen – um für das Unerwartete gewappnet zu sein.
  4. Kenne das System, in welchem du dich bewegst: Beziehungen und Interaktionen sind essentiell.
  5. Sei aufmerksam für die Dynamiken in deinem System – erkenne aktuelle Situationen und deine Einflussmöglichkeiten.
  6. Prüfe regelmäßig deine Annahmen und Hypothesen – hole regelmäßig Feedback ein.
  7. Sei bereit, deine Annahmen und Entscheidungen zu verwerfen – sei offen für Fehler.
  8. Werkzeugkästen mit universellen Instrumenten unterstützen dich auch im Umgang mit VUCA.
  9. Jeder Werkzeugkasten ist limitiert, die Bereitschaft, neue Instrumente zu erlernen, nicht.
  10. Halte nicht an Geboten fest, auch diese ändern sich!

Aus unserer Sicht ist für den wirksamen Umgang mit der neuen Form der Veränderungen eine offene, interessierte Haltung entscheidend, die anerkennt, dass Neues durch weitere Veränderungen wieder zum Alten wird. Dadurch sollte nichts als von Dauer angesehen werden. Wichtig wird daher das Wissen über Ressourcen, auf welche beständig zurückgegriffen werden kann: die eigene Person, aber auch das umgebende System. Durch das Kennen eigener Stärken und die Interaktion mit anderen sind wir in der Lage, auch in neuen und unbekannten Situationen erfolgreich mitzugestalten.

Daher sollten aktuelle Situationen auf die eigenen Möglichkeiten zur Einflussnahme geprüft, getroffene Annahmen überdacht und Entscheidungen verworfen werden, wenn sie sich als überholt erweisen. Feedback von anderen und eine Offenheit für Fehler sind dabei die zentralen Schlüsselbegriffe.

Auch Changemangement Techniken und Tools sollten, diesem Leitgedanken folgend, regelmäßig auf den Prüfstand gestellt werden – denn auch sie unterliegen Veränderungen und Verfall. Und auch an den hier formulierten 10 Geboten sollte nicht stoisch festgehalten werden. Empfehlungen zum Umgang mit Veränderungen sind immer eine Momentaufnahme, sodass wir aufgrund der Beobachtung von Entwicklungen, der Interaktion mit unserem System und durch Feedback unsere Annahmen bezüglich dieser Gebote kontinuierlich anpassen sollten.

Für Entwicklungsangebote bedeuten diese 10 Gebote, dass sich nicht nur auf die Vermittlung von Modellen und Tools konzentriert werden darf. Der Schlüssel für einen erfolgreichen Umgang mit Veränderungen, neuen Rahmenbedingungen und Arbeitsweisen ist eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung, der eigenen Person, dem umgebenden System und der Frage, wie bestehende Ressourcen aktiviert und ausgerichtet werden können. Helfen können dabei Instrumente wie das japanische Konzept des IKIGAI, um zentrale Facetten der eigenen Person zu identifizieren, der Circle of Influence, um eigene Einflussmöglichkeiten aufzudecken, oder die kollegiale Fallberatung, um Herausforderungen mithilfe anderer und deren Ressourcen zu bewältigen. Nur so kann mit einem klaren Bild auf sich selbst und das eigene Umfeld im Rahmen des New Normal mit ständigen Veränderungen und wechselnden Anforderungen umgegangen bzw. diese aktiv mitgestaltet werden.




 
 
Lucas Weihrauch
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